|
ARTICLES
> Interview with Oktoberfest.de
|

Art:
Interview with Oktoberfest.de
Pop Art
Wiesn-Plakat
|||
Interview: Claudia
Wessel
Der Illustrator Oliver Weiss hat den Wettbewerb für's Wiesn-Plakat 2008
gewonnen. 7000 mal wird es weltweit als Plakat gedruckt, 90.000 mal auf
der Wiesn-Broschüre. Außerdem ziert es den Wiesn-Maßkrug. Oktoberfest.de
sprach mit dem Künstler. |
 |
|
Interview with Oktoberfest.de Website: This year's official
Oktoberfest poster award winner Oliver Weiss talks about the award, and
how the design was created. |
|
I |
 |
 |
|

Der Illustrator bei der Arbeit
|
|
st mit dem
Wiesn-Plakat ein Traum für Sie in Erfüllung gegangen?
Ich habe mir nie
wirklich erträumt, einmal das offizielle Wiesn-Plakat zu machen. Man
bewirbt sich ja auch nicht aus eigenem Antrieb, sondern man wird
angesprochen.
Aber es war eine
richtig tolle Geschichte, die von Anfang an nur Spaß gemacht hat.
Das erste
Mal
Es war Ihr
erster Versuch, ein Wiesn-Plakat zu entwerfen?
Ja. Als ich
angesprochen wurde, dachte ich zuerst, oh, das muss natürlich etwas ganz
Besonderes werden, dafür muss ich mir ganz viel Zeit nehmen.
In meinem
Alltag mit vielen Aufträgen als Illustrator stellte sich aber heraus,
dass ich diese Zeit gar nicht habe.
Ich habe dann
gemerkt, der einzige Weg, das Ganze anzugehen, ist, es wie einen
normalen Auftrag zu behandeln. Dann wartet man nicht so auf die
Inspiration, sondern man setzt sich konzentriert hin, macht ein paar
Skizzen, arbeitet sie in die eine oder andere Richtung aus. Auf diese
Weise kann man sich dann relativ schnell entscheiden.
Von der
Skizze zur fertigen Datei
Wie viele
Skizzen haben Sie gemacht bis zum Endergebnis?
Vielleicht so
zehn. Finalisiert habe ich dann drei. Da man nur zwei einreichen darf,
musste ich dann zwei aussuchen. Ingesamt habe ich einen Arbeitstag von
der Idee bis zum druckfertigen Plakat gebraucht.
Oh, das ging
aber sehr schnell...
Das ist eine
übliche Zeit für einen normalen Auftrag. Ich habe ja eine gewisse
Routine. Das heißt aber nicht, dass ich nicht mit Liebe an die Sache
ginge. Ich mache alle meine Illustrationen sehr leidenschaftlich.
Es ist aber
inzwischen so, dass ich schon am Anfang ein diffuses Bild des
Endprodukts vor mir sehe. Dann arbeite ich quasi auf einen zunehmenden
Schärfegrad hin...
| „Ich komme
ein bisschen aus der Pop-Art-Szene und mache gerne lustige, bunte, humorvolle
Sachen.“ |
Für ein
Wiesn-Plakat kommen ja nur die naheliegenden Motive in Frage. War es
schwierig, daraus etwas Neues zu kreieren?
Zuerst dachte
ich, ich muss ganz viel recherchieren über die bisherigen Wiesn-Plakate.
Dann hatte ich dafür aber gar keine Zeit und es war sicher auch gut so.
So habe ich es in einem Stil gemacht, den ich sowieso schon drauf habe.
Ich komme eben
ein bisschen aus der Pop-Art-Szene und mache gerne lustige, bunte,
humorvolle Sachen. Die Motive waren natürlich relativ schnell klar. Sie
sollten auch international sofort als Oktoberfest erkennbar sein. Die
Farben sollten möglichst plakativ und knallig sein.
Das hat aber dann
eine Weile gedauert, bis ich die richtige Kombination hatte. Aber ich
habe am Computer rumexperimentiert, da geht das alles ja ganz flexibel.
Gezeichnet habe ich mit Tusche und koloriert digital.

Das von Oliver
Weiss kreierte Motiv ziert zahlreiche Merchandising-Produkte >mehr
Leserlich
schreiben
Ist das Ihre
Schrift auf dem Plakat?
Ja. Allerdings
muss ich zugeben, dass ich eine etwas krakelige Schrift habe. Daher habe
ich den Schriftzug zwischen 50 und 100 mal geschrieben. Die besten habe
ich dann eingescannt und aus diesen wiederum die besten Teile
zusammengesetzt. Das war richtig Arbeit!
Sind Sie jetzt
stolz, Ihr Werk überall zu sehen?
Ja, schon. Aber
vor allem freue ich mich riesig, weil das so eine schöne Geschichte ist.
Sind Sie
selbst eigentlich begeisterter Wiesn-Gänger?
In den letzten
Jahren war ich nicht da, weil ich nicht mehr in München lebe. Früher
aber natürlich schon, da habe ich sogar ganz in der Nähe gewohnt. Heuer
komme ich aber auf jeden Fall, ich mag die Atmosphäre. Aber in eine
Achterbahn gehe ich auch diesmal nicht.
[2008]
|