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So, what do you do?” answers the most common small talk question in a highly entertaining way – with a playful look at the world’s quirkiest jobs.
With sharp humor and gentle satire, Und was machst du so? Die skurrilsten Berufe der Welt (That’s A Job? Gloriously Peculiar Professions from Around the World) celebrates the unusual and shows just how limitless human imagination can be when it comes to making a living – a loving critique of normality.
It features around 50 of the strangest professions, from coconut catchers and leaf blowers to professional line sitters. Each job is paired with a funny cartoon. Publication date is September 1st.
WELCHES SCHWEINDERL HÄTTEN S’ DENN GERN?

Mit der spitzbübischen Frage „Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?“ dürfte der Quizmaster Robert Lembke bei der Generation Boomer noch heute einen Pawlowschen Reflex auslösen – und bei der Gen Z für ungläubiges Augenreiben sorgen. Von Mitte der 50er-Jahre bis 1989 war „Was bin ich?“ ein Garant westdeutscher Unterhaltungskultur im Ersten Deutschen Fernsehen, behaglich eingebettet zwischen Dauerwelle, Krawattenpflicht und Eichenfurnierschrankwand.
In der Sendung versuchte ein vierköpfiges Rateteam, den oft ungewöhnlichen Beruf des Gastes durch ein strenges Ja-Nein-Fragespiel zu entlarven. Für jedes „Nein“ wanderte ein 5-Mark-Stück in das Sparschwein. Wurde das Geheimnis nicht gelüftet, folgte die Auflösung nach zehn Fehlversuchen.
Den einzigen Hinweis lieferte eine „typische Handbewegung“, die der Gast vorzuführen hatte. Im Studio gaben sich neben Vertretern eher unspektakulärer Berufe wie Friseuren und Metzgern auch deren prominente Kunden – von der Schlagersängerin Mireille Mathieu bis hin zum Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger – die Klinke in die Hand.
Interessant wurde es für das Publikum auch bei Exoten wie dem Spieletester, dem Klärgrubenreiniger, dem Nachtportier, der Olympia-Hostesse oder der Schreibmaschinenkupplerin, die mit chirurgischer Präzision die Mechanik der Typenhebel nachjustiert.
HELDEN DER ARBEIT

„Das heitere Beruferaten“, so der Untertitel der Kultshow, wurde zum geflügelten Wort und erreichte über Jahrzehnte ein Millionenpublikum – ganz ohne die heute üblichen Hashtags, Anglizismen oder rasanten Schnitte. Unweigerlich regte es auch beim Zuschauer auf dem heimischen Sofa die Frage an, wie wir uns eigentlich über das definieren, was wir den lieben langen Tag so treiben.
In einer Zeit, in der sich die typischen Handbewegungen von Cloud-Solution-Architects oder Feel-Good-Managern am Smartphone oder der High-End-Kaffeemaschine zum Verwechseln ähneln, lohnt sich ein Blick zurück – und einer zur Seite: auf die bunte, absurde und mitunter beängstigend (un-)ehrliche Welt moderner Helden der Arbeit.

Die herkömmliche Auffassung, dass Berufe zwingend nützlich sein müssen, hat in der Ära von Selfcare weitgehend ausgedient. Der Fortschritt der Zivilisation liegt nicht mehr in der Überwindung des Mangels, sondern in der Hochglanzverwaltung des Zuviels. Heute werden Nischen von hochspezialisierten Experten kultiviert, die die Zeichen der Zeit erkannt haben. Auf LinkedIn firmieren ihre Tätigkeiten längst als strategische Kernkompetenz.
Unsere Hauptfiguren – vom Webcamstripper und Filmtagger über den Hundeyogatrainer bis zum Tierfuttervorkoster – sind Säulen einer neuen Ordnung, die das Offensichtliche beglaubigt, das Überflüssige veredelt und das Unnötige versilbert.

DAS LEBEN GEHT WEITER
Dabei übernehmen sie Rollen, die ebenso grotesk wie unverzichtbar erscheinen: Der Fastenbegleiter hält andere gegen Bezahlung vom Essen ab, der Geruchsdesigner stimuliert Kauflaune mit chemisch erzeugter Nostalgie, und der Museumswärter muss Ölgemälde gegen Selfies verteidigen. Figuren wie Troll, Foodstylist oder Crowdfunder zeigen, dass die moderne Gesellschaft bereit ist, jede delegierbare Handlung einem selbsternannten Spezialisten zu überlassen.
Entschuldiger, Kuschler und Blütenbestäuber reparieren derweil manuell eine entnatürlichte Welt. Der KI-Prompter hält sich für einen Autor, weil er gelernt hat, einer Maschine Anweisungen zu geben. Und wer kümmert sich eigentlich um den traumatisierten Yorkshire Terrier, wenn in den Promivillen der millionenschwere Erbschaftsstreit mit der leer ausgegangenen Großnichte eskaliert?
Der Fernsehphilosoph liefert dazu im Spätprogramm keine Antworten, während sich der Urschreitherapeut als lautstarker Retter der geplagten Seelen auf den Plan ruft. Als Trost bleibt das Motto des professionellen Schlussmachers: „Das Leben geht weiter!“
Übrigens wurde für die facettenreichen, skurrilen Berufe in diesem Buch der Einfachheit halber meist die männliche Form gewählt; selbstverständlich aber sind alle Geschlechter immer mitgemeint.


